Die Oothek – und aus welchem Material sie besteht

Wie die Überschrift schon aussagt, will ich hier kurz erklären, aus welchem Meterial die Oothek einer Gottesanbeterin gebaut ist. Wenn man es bis ins letzte analysiert, ist das Thema recht kompliziert, daher möchte ich es hier einfach und allgemein halten. Der Kokon wird gleichzeitig mit der Eiablage gebaut. Form, Festigkeit und Farbe ist artspezifisch, da abgestimmt auf das jeweilige Habitat des Tieres.

Für den Kokonbau sind zwei Drüsen am Hinterleib verantwortlich, welche unterschiedliche Sekrete absondern.

  1. Der Grundbaustoff der Oothek besteht aus einem eiweißhaltigen Sekret, welches aus einer der zwei Drüsen im Zusammenhang mit 3-Hydroxy-4-0 (beta-glucopyranosido) – Benzoesäure ausgeschieden wird. Ausserdem betten manche Arten Calciumoxalat Kristalle in die Oothekenwände ein.
  2. Das Sekret der anderen Drüse enthält eine Beta-Glucosidase, die für die Härtung des Proteins zuständig ist.

Vermischen sich die Sekrete der beiden Drüsen unter Sauerstoff verwandelt sich das mit der Cerci (Afterfühler) schaumig strukturierte Protein in Sklerotin. Dadurch wird das vorher wasserlösliche Eiweißhaltige Eipaket hart und bekommt eine bräunliche Färbung.

Lange Rede kurzer Sinn… Die Oothek besteht größtenteils aus Eiweiß, welches so verändert wird, das es sehr widerstandsfähig gegenüber mechanischen und chemischen Einflüssen ist. Das Endprodukt ist also Sklerotin, welches hauptsächlich im Exoskelett von Gliederfüßern (Arthropoden) wie Insekten und Krebstieren vorkommt.

>> Hier gehts zu einem Bild eines Kokons von der indischen Riesengottesanbeterin (Hierodula membranacea) <<

Hier gehts zu einem YouTube Video von ksuads 6. Juni 2009Zeitraffer von einer Sphodromantis viridis bei der Ablage einer Oothek über 2,5 Stunden . Download in höherer Auflösung hier: Rapidshare.com

Mantiden Nachwuchs

Unsere männerhassende Mitbewohnerin „Gotti“ (Hierodula membranacea, Indische Riesengottesanbeterin) hat heute, scheinbar über Nacht, ein Eierpaket (Oothek) an die Unterseite ihrer Pflanze geklebt, welches ich gerade entdeckte…

Klicken um das Bild zu vergrößern...
Klicken um das Bild zu vergrößern...

Ich denke, da muss sich die Besitzerin der Pflanze demnächst von einem Trieb der Pflanze trennen, sonst laufen hier irgendwann ziemlich viele kleine Gottesanbeterinnen in der Wohnung herum… :D

Mal sehen, ob es klappt und wieviele Mantiden hier in ca. 6 Wochen herumlaufen!^^

So far, so good… SickSight.

PS: Die Oothek – und aus welchem Material sie besteht
PPS: Ein Link für die, die Infos über diese Mantis suchen

Was sagt uns dieses Bild?

Sollte ich meine Terrarien sicherer bauen, oder will meine Lampropeltis californiae im geheimen eine Kobra sein und wurde erwischt? Hmm…^^

Spass beiseite… Das ganze ist im Grunde kein Problem, denn das Tier kann nicht weiter durch den Spalt entkommen und kann ohne Probleme wieder zurück… ;)

Eventuell werde ich mir aber etwas überlegen, was ich zwischen die Scheiben klemme, oder klebe (Dichtungsstreifen, etc.)! Grundsätzlich sollte man immer auf den Abstand der Scheiben achten, das ein Tier nicht hindurchkriechen kann. Ausserdem sollten die Scheiben (eig. Standard) unbedingt geschliffen sein, denn bei einem Bekannten hat sich eine Kornnatter durch eine ähnliche Situation beim Rückwärtsgang einige cm Haut abgezogen… Sehr schön… :(

So far, so good… SickSight.