HOME – „Das ist unsere Erde“

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Meine Gedanken zu dem Film…


Heute lief auf N-TV der global in sehr vielen Ländern zeitgleich ausgestrahlte Film über unseren Planeten… im Internet, in Kinos und im Fernsehen.

Wieder einmal eine Dokumentation, was wir Homo sapiens in den letzten 50 Jahren mit diesem Planeten veranstaltet haben, mit Prognosen, die echtes Handeln erfordern.

Klar..  ich saß auch da..  meine Gedanken kreisten bei jeder Szene zwischen „wow, faszinierende Bilder“ bei den schönen Passagen und „ja stimmt, die anderen sind echt böse“ bei den eher Unangenehmen.

Sicherlich, ich gehöre wie so viele Erdenbürger zu denen, die instinktiv wissen, dass diese Szenen echt sind und es bitterer Ernst ist. Und sicher gehöre ich auch zu denen, die in ihrer Jugend gegen Umweltverschmutzung gepowered haben..  ja ich war sogar mal in Brockdorf, um mir dort ’ne gebrochene Rippe und ’n Feilchen abzuholen.

Doch irgendwie kann es doch nicht sein, dass so viele von uns eigentlich etwas gegen diesen Raubbau haben, so viele von uns im täglichen Handeln unterschwellig mit dem Wissen leben, „dies ist nicht gut für das Trinkwasser“, „das da sollte ich besser nicht kaufen“, bei kleineren Treffen mit Bekannten irgendwann an diesem Thema vorbeischliddern und sich über Kinderarbeit, Bevölkerungswachstum, Kriege um Rohstoffe, das maßlose Konsumverhalten ärgern..

.. doch nichts vermag dieses Rattenrennen zu stoppen. Warum eigentlich?

50% der landwirtschaftlichen Erzeugnisse werden zur Fleischproduktion als Futter verwendet. Dabei leben 75% der Weltbevölkerung in Armutsverhältnissen. Nur sage und schreibe 15% der Weltbevölkerung lebt in der zivilisierten Welt.

Auf uns kommen Klimaflüchtlinge zu, also welche, die aus Gebieten fliehen, die verseucht oder durch Naturgewalten zerstört werden.

„Schneller, immer schneller…[..]“ sagt der Kommentator ist die Devise..

Dramatisch ist auch, das sämtliche fossilen Brennstoffe zum einen bald erschöpft sind und damit das scheinbar einzige Lebensprinzip zusammenbricht, sondern wir entlassen den über Millionen von Jahren eingelagerten Kohlenstoff zurück in die Atmosphäre.

Wenn die Erderwärmung weiter zunimmt, dann steht uns noch ein Supergau bevor. Im Eis der ewigen Kälte Sibiriens ist nicht Kohlenstoff eingelagert, sondern Methan.

Der Abspann dieses Films war übrigends sehr klasse..

Er zeigte Alternativen aus dieser Spirale. Die Sonnenenergie ist heutzutage schon so effektiv anzapfbar, dass es eigentlich jedes Einfamilienhaus sich selbst versorgen könnte.

Windkraft, Gezeitenkraftwerke..  viele neue Ideen sind bereits von Pionieren in die Tat umgesetzt, die sich nicht haben aufkaufen lassen. Denn hinter alldem steht immer wieder die Lobby der Wirtschaftsmächtigen. Durch den Status „Mangel“ werden Rofstoffe teuer, dadurch lässt sich dort erst Profit herausschlagen. Nun erhalten die Rohstoffe nicht mehr künstlich den Status, sondern sind tatsächlich Mangelware geworden. Eine Spirale der Armut wird die Folge sein.

Wenn wir nicht umdenken…

… noch haben wir „normale“ der zivilisierten Welt die Möglichkeiten, Weichen zu stellen. Vielleicht werden unsere Kinder das in die Tat umsetzen können, was wir heute entscheiden.. Wenn die unweigerliche Armut aber zugeschlagen hat, wird sich das erledigt haben. Denn Bürgeraufstände haben noch niemals richtig funktioniert und kostet nur unnötig Leben.

Sind wir in der zivilisierten Welt einfach zu satt? Sind wir nicht mehr in der Lage, etwas weiter zu denken, als bis zur Kühlschranktür? Empfinden wir das Umdenken in einen respektvolleren Umgang mit dem Planeten, auf dem wir nur Gäste sind als derart unbequem und unangenehm, dass es uns lähmt das Richtige zu tun?

Ich glaube nicht, das wir zu blöd sind, die Zeichen zu deuten. Ich empfinde uns alle einfach zu teilnahmslos und unfähig selbst darin die eigene Verantwortung zu erkennen. Wir resignieren aus Angst uns zu outen, uns mit dem „Rest“ der Welt anzulegen..  wir wollen unseren Luxus nicht aufgeben..  unsere anerzogene schlechte Angewohnheit, Verschwender zu sein.

Das wollte ich mal loswerden ;)

LG

Andreas

Zuchthaus für Schaben

Endlich Feierabend

Unsere Schabenhaltung wurde heute im Teamwork (Steffi & Ich) überholt. Da unser Bodengrund (Hundeflocken) angefangen hat zu schimmeln mussten wir ihn auswechseln… Tolle Wurst! Steffi musste mehrere Stunden hunderte von Schabenbabys und großen Tieren von Haferflockenstückchen und sonstigem Zeugs unterscheiden und aussortieren… Die guten ins Töpfchen, die schlechten… äh… in den Müll.. Die Hälfte ist nun geschafft… hoffen wir!

Heute habe ich dann ungefär 6 Stunden damit verbracht ein Aquarium in ein Terrarium umzubauen. Dieses soll nun für unsere Blabtica dubia Schabenzucht herhalten!Ach ja… 6mm Glas ist durchaus gut zu schneiden, entgegen den Erfahrungen vieler hatte ich garkeine Probleme! Gewusst wie! ;)

Es ist nun die (fast) perfektionierte Schabenhaltung…

Als Wärmequelle setze ich nun ein 50W Heizkabel ein, welches ich in einem Holzramen, frei schwebend, in Schlingen angebracht habe. Das Konstrukt habe ich dann mit metall Fliegengitter umhüllt und es auf den Boden des neuen Beckens gelegt.

Darauf sind nun Eierkartons, die den Schaben als Versteck dienen… Dafür muss ich mir aber auch noch etwas professionelleres einfallen lassen. Das kann ja nicht so simpel bleiben! :D Mir schwebt da so etwas ähnliches wie ein vertikales Schubladensystem vor – ähnlich wie bei Bienenstöcken. Mal sehen…

Naja, jetzt haben sie erstmal gutes Müsli bekommen und sind Glücklich und ich habe mir meinen Frust von der Seele geschrieben! :)

Nordamerikanische Tejus

Im Laufe der letzten Jahre habe ich gewaltige Unterschiede bei Tejus feststellen können.

Sei es, das jeder seinen eigenen Charakter entwickelt, sich in einer Gruppe oder in Einzelhaltung vollkommen anders verhält, ob draußen oder drinnen und eben auch, ob die Tiere direkt aus Argentinien oder aus Nordamerika kommen.

Mit deutschen Nachzuchten habe ich bisher noch keine Erfahrungen machen können.. ich kenne einfach keine.

Nundenn, was gibts dazu zu sagen:

  • Gruppen-/Einzelhaltung
    solange die Tiere nicht geschlechtsreif sind, ist alles in Butter. Die liegen dann kreuz und quer, übereinander auf einem Haufen, buddeln sich am liebsten an die Stelle, wo schon einer liegt.
    Werden die Geschlechtsreif, gehts um die Wurst.

    Kurz nach Beendigung der Winterruhe klären die Männchen untereinander, wer diese Saison den Platzhirsch spielt.
    Dazu bezüngeln sie sich gegenseitig an der Kloake und an den Hinterbeinen.
    Verstecken gibts nicht..  zur Not wird der verschähmte Kontrahent mit der Nase hochgehoben.

    Riecht der nach dem Sexualpheromon, kommt der auf die Liste der Kontrahenten und wird zum Kampf herausgefordert. Das geht in der Regel recht schnell. Der dominierende Teju beißt den Kontrahenten zunächst in den Beckenbereich. Wehrt sich dieser, erwischt der Angreifer meist den Schwanz. Wird der Schwanz zu stark verletzt, wird der nach ein paar Tagen abgeworfen.

    Sollte der unterlegende Teju nicht die Zeichen deuten können, also die Produktion der Pheromone einstellen oder flüchten, können die Kämpfe bis zum Tode führen. Meist sind die Attacken dann zielstrebig in die Halsregion und in den Kopf.

  • Außen-/Innenhaltung
    Innerhalb von Terrarien herschen in aller Regel recht gleichbleibende Klimabedingungen. Es findet ein regelmäßiger Tagesablauf statt, der sich von den anderen Tagen meistens nicht unterscheidet.

    Parameter wie Luftdruck, Neigungswinkel der Sonne (der Erde), Dämmerungsdauer, unterschiedliche Wärmeempfinden bei klarem Himmel oder Wolken, Regentropfen, Bodenkühle, Tau..  all das bekommt der Teju im Terrarium nicht oder nur bedingt mit.

    Auch der Kontakt zum Pfleger ist anders. Meistens besteht den ganzen Tag über Sichtkontakt. Das Futter wird in das Terrarium gestellt, es wird gesäubert, Wasserschale, Kotreste. Wenn der Teju mal wieder randaliert hat wird auch die Deko wieder aufgebaut.

    Draußen ist das komplett anders. Der Himmel endet nicht an der Terrariendecke. Die Sonne scheint viel intensiver. Vögel fliegen umher. Der Boden fühlt sich anders an.

    Und das wesentliche: der Pfleger ist nicht mehr rund um die Uhr vorort. Das Tier beginnt sich auf sich selbst zu begrenzen und nimmt die Umwelt komplett neu wahr. Damit wird der Pfleger nicht mehr zum „Inventar“ aus Reptiliensicht, sondern ist degradiert zum Eindringling in das Gehege.

    Es ist also durchaus nicht selten, das ein Teju, der im Terrarium „zahm“ war, draußen plötzlich nach dem Pfleger schnappt.
    Darüber sollte man sich allerdings keine Sorgen machen, sondern die neue Herausforderung genau wie der kleine Kerl annehmen. Denn nun ist man gefordert, den Burschen täglich einzuschätzen und respektvoll gegenüber zu stehen.

  • Nordamerika/Argentinien
    Ich habe selber auch Tejus aus Argentinien. Erworben bei meinem damaligen Favoriten Stefan Broghamer.
    Er galt für mich damals als jemand, der Ahnung von den Tieren hat.

    Da ich allerdings die Tiere gezielt im Freiland halten wollte, stellte ich fest, das die sich weder im Frühjahr hungrig und paarungsbereit zeigten, noch im Sommer schon früh morgens aktiv nach Nahrung suchen oder im Herbst mit dem gemeinsamen Nestbau beginnen.
    Nichts traf zu, wie ich es von anderen Tejuhaltern in Außenanlagen kannte.

    Das Problem war schnell gefunden: Argentinien liegt auf der anderen Seite der Erdkugel (Hemisphäre). Die Tiere brauchen bei ihrem engen Jahresablauf fast 2 manchmal sogar 3 Jahre, um den gesamten Hormonhaushalt umzustellen.

    Sie haben ja nur 6 Monate um nach der Winterruhe zu Kräften zu kommen, das Territorium zu untersuchen, Paarungshierarchie zu klären, paarungsbereites Weibchen zu finden, Eier zu legen und selbige sollen auch noch schlüpfen und selber wieder gesund in die Winterruhe gehen können. Deswegen habe ich mich seit mehreren Jahren jetzt mit den Züchtern aus Nordamerika beschäftigt und Kontakte aufgebaut.

    Bert war mir der Liebste. Schade um ihn.
    Mit ihm ist eine Wissensquelle für immer verloren und ein guter Freund und hilfsbereiter Mensch ist mal wieder weniger auf diesem Planeten.

    Bleiben eigentlich nur noch Rick und Bobby. Rick exportiert nicht mehr und Bobby hat „Extreme Giants“ und „High Contrast“.

    Von Bobby habe ich nun eine größere Ladung Tiere bestellt und ihn dadurch auch etwas besser kennengelernt. Er ist ein witziger Zeitgenosse und für allerlei Späße zu haben.

Soviel für heute ;)

Teju-Welten…

Teju-Welten…

ein bescheidener Erstbeitrag zum Thema meiner Leidenschaft.

Obwohl ich bei jedem Reptil -sogar jedem Tier- eine Faszination und Anziehungskraft entdecke, gehören doch die Tejus zu denen, die meine Leidenschaft erobert haben.

In meinem Laden haben wir -weil ich es so wollte- einen Varanus salvadorii. Durchaus ein heftiger Brocken. Ein Kollege, der seinem Namen „Baumkrokodil“ alle Ehre macht..  ein respekteinflößendes, souverän-dominantes Reptil, welches eine Gesamtlänge von 2,44m erwarten lässt.

Der Bursche ist gerade mal so ein Teenie -mit seinen 16Monaten noch ein Hosenscheißer..  dennoch schaffen es 3 Warangeprobte Mannen nicht mehr, zu ihm ins Terrarium zu klettern, um ein paar kaputte Birnen auszuwechseln.

Und dennoch..  ich gehe auf für Tejus. Genauer Tupinambis merianae und Tupinambis rufescence.
Warum kann ich nicht sagen.

Ich weiß nur, das mich selten eine Art derart in den Bann gezogen hat, das ich jede Literatur lese, die mir unter die Finger kommt..  ganz egal in welcher Sprache..  und noch mehr: ich selber möchte neue Erfahrungen oder ungenaue bisherige Informationen in einer neuen Publikation zusammenfassen. Vieles von dem, was man über Tejus weiß, ist nur abgeschrieben oder wird munter interpretiert. Meist selbst von Interpretationen.

Da möchte ich gerne gegensteuern..  ohne dabei neue Behauptungen aufzustellen, die sich weder belegen lassen oder pauschal alles andere in Frage stellen.

Wie schon auf einem recht jungen Blog über Königspythons (würgegriff.info) schön geschrieben steht: es gibt in der Terrarienhaltung zwar ein paar grundlegende Parameter, die man zwingend beachten sollte, jedoch darüber hinaus macht jeder Halter seine eigenen Erfahrungen und solange ein Tierarzt eine gute Gesundheit bestätigt, oder sich das Tier durchaus „normal“ verhält, müssen diese Haltungsbedingungen nicht zwangsläufig falsch sein, nur weil ich glaube die richtigen Bedingungen geschaffen zu haben.

Soviel für heute…